Die Falkenmühle
Die Falkenmühle
Antriebstechnik
Der heutige Zustand der Mühle entspricht baulich und technisch dem
Stand von 1927, mit Ausnahme des Mühlrades, welches 1946 einer
Turbine weichen musste.
Diese Abbildung aus dem Jahre 1983
zeigt die Vorderansicht der Mühle, mit
dem seitlich rechts angebauten
Wohnhaus.
Im Kellergeschoss befindet sich im linken
Bereich (Giebel nach vorne zeigend) die
Antriebsturbine für die Mühlentechnik.
Hier ist die Antriebswelle der Turbine zu sehen. Auf
dem aus Holz gebauten Antriebsrad lag ein
Flachriemen auf. Dieser hatte eine Länge von ca. 6,00
m und trieb die Mühle über eine gewaltige
Transmissionswelle an.
Von dieser Transmissionswelle, von der es im Kellergeschoss noch eine kleinere Ausführung gibt,
führte zu jeder Maschine oder zu einer weiteren Transmissionswelle jeweils ein Flachriemen. All
dieses wurde zuerst von zwei Mühlrädern, später dann von einer Turbine angetrieben. In Zeiten, wo
die Wieslauter wenig Wasser führte, konnte wahrscheinlich durch die Wasserräder nicht alle
Maschinen gleichzeitig betrieben werden. Wohl aus diesem Grund hat man 1947 anstelle der
Wasserräder Turbinen eingebaut.
Im 14. Jahrhundert gab es die ersten oberschlächtigen Wasserräder, die bei gleicher Radgröße und
Wassermenge wenigstens doppelt so viel leisteten wie unterschlächtige und einen Wirkungsgrad von
über 60 Prozent erreichten. Moderne Turbinen erreichen Wirkungsgrade von über 90 Prozent.
Oberschlächtige Wasserräder werden weniger durch den Bewegungsimpuls als durch das Gewicht
des Wassers angetrieben. Ihre Schaufeln, die sich immer zwischen zwei Radkränzen befinden, sind
deshalb so konstruiert, dass sie das Wasser möglichst lange halten. Für den Betrieb
oberschlächtiger Wasserräder war jedoch eine Menge komplizierter Wasserbauarbeiten nötig. In
jedem Fall musste das Wasser aus seinem natürlichen Lauf durch einen Kanal (Mühlgraben)
zugeleitet werden.
Zum oberschlächtigen Mühlrad lief das Wasser durch hölzerne „Gerinne“, wobei Schützenwehre und
Schieber die Wasserzufuhr genau dosierten. Anlagen mit mehreren Wasserrädern benötigten für
jedes Rad solch eine Vorrichtung. Das ist zwar kompliziert, eröffnet für die Wassernutzung aber auch
eine Vielzahl von Möglichkeiten.
Nach allen vorliegenden Informationen war auf der Falkenmühle bzw. Waldenburgmühle zu keinem
Zeitpunkt ein mittel- oder oberschlächtiges Mühlrad in Betrieb. Auch das Geländeprofil begünstigt
nicht die Anlage einer solchen Zuleitung zur Mühle, so wäre für ein oberschlächtiges Mühlrad eine
Höhendifferenz von mehr als der Höhe des Wasserrades erforderlich.
1947 wurde das Wasserrad der Mühle durch eine Francis Turbine Typ Escher Wyss mit liegender
Antriebswelle ersetzt. Sie brachte eine Leistung von 14 PS bei rund 110 Umdrehungen und einem
Schluckvermögen von rund 0,9 cbm in der Sekunde.
Das Wasserrad des Sägewerks wurde ebenfalls durch eine Francis Turbine Typ Escher Wyss mit
stehender Antriebswelle ersetzt. Diese Turbine brachte eine Leistung von 42 PS bei rund 74
Umdrehungen und einem Schluckvermögen von rund 1,80 – 2,00 cbm/ in der Sekunde.
Abbildung der beiden 1947 eingebauten Francis Turbinen: