Die Falkenmühle
Die Falkenmühle
Die Ölmühle
Neben der Kornmühle war auf dem Gelände der Falkenmühle auch eine
Ölmühle vorhanden. Sie war alten Berichten zufolge, flussabwärts direkt
hinter der Kornmühle gebaut und hatte zum Antrieb ein eigenes, wie alle
Räder der Falkenmühle, unterschlächtiges Wasserrad. Sie ist heute nicht
mehr existent, einige Teile finden wir heute im Mühlenhof in der
rekonstruierten Ölmühle.
Verarbeitet wurden Ölfrüchte wie Leinsamen, Nüsse, Bucheckern, Mohnsamen, später auch Raps. Bei der
Ölgewinnung fand nicht, wie oftmals angenommen und in Getreidemühlen üblich, ein Mahlvorgang statt,
sondern es wurde durch das Gewicht des oberen Steines ein Quetschen der Früchte und somit ein
Öffnen der Fruchtschale bewirkt. Zuerst wurden die Früchte grob geschrotet und dann in einen
Holztrichter über dem Läuferstein gefüllt. Von da aus fielen sie unter den schweren Stein des Kollergangs.
Auf einem waagrecht fest angeordneten Bodenstein bewegte sich im Kreis der Läuferstein und
zerquetschte die Früchte. Dieser Vorgang dauerte ca. 20 -30 Minuten. Das stetig und ruhig ausgepresste
Öl lief durch Rinnen im Stein in Sammelgefäße. Als Abfallprodukt entstand eine sich feucht anfühlende
Schrotmasse, die als Viehfutter diente.
Das kalt gepresste Öl wurde zu Speisezwecken verwendet. Bei Bucheckern war der Ertrag mit ca. 8 - 10 l
Öl aus 100 kg sehr gering, deshalb wurde oftmals ein zweiter Pressvorgang durchgeführt. Das so
gewonnene dunkel gefärbte Öl wurde für den Betrieb von Öllampen zum Fetten und Schmieren, oder als
Bindemittel für Farben verwendet, der Rest diente als Kraftfutter für Vieh.
Im Hof der Falkenmühle zu besichtigen